Noah Günther

HOST / BUILDER / BARTENDER

Ich baue Orte.
Noch nicht unbedingt die Gebäude.

Aber die Dinge, die dafür sorgen, dass man bleiben möchte.

Essen. Drinks. Musik. Licht. Bilder. Möbel. Menschen.

Ich habe die letzten Jahre damit verbracht herauszufinden, wie diese Dinge zusammenkommen.

Madhouse ist das Ergebnis davon.

SCROLLEN

Mit fünfzehn.

Mein erster Job in der Gastronomie war bei einem Festspiel-Pop-up von Alexander Herrmann in Bayreuth.

Viel Service. Viel Bar. Viel Volumen.

Dort habe ich zuerst gelernt, was Gastronomie im Alltag bedeutet: schnell arbeiten, aufmerksam bleiben und auch dann weitermachen, wenn der Abend längst nicht mehr ruhig ist.

Später ging es nach Leogang. Ins Hotel Mama Thresl.

Und danach weiter: Barcelona, London, Paris und Mexico City.

Nicht als Sammlung von Städten.

Sondern weil jeder Ort mir etwas anderes beigebracht hat.

Wie schnell ein Service sein kann.
Wie präzise ein Drink werden muss.
Wie Musik einen Raum verändert.
Wie viel Arbeit in Dingen steckt, die am Ende selbstverständlich wirken sollen.

Noah hinter der Bar
Long pour hinter der Bar

Gute Räume entstehen nicht auf dem Papier.

Ich wollte wissen, wie andere Bars arbeiten – also bin ich hingegangen und habe mitgearbeitet.

Barcelona zuerst.

Dann London.

Bei Shapes sollte ich während meines Aufenthalts zwei Drinks entwickeln. Ich machte fünf. Zwei davon blieben auf der Karte.

Am Ende wurde mir angeboten, als Head of Production & Creativity zu bleiben.

Ich ging weiter.

Nach Paris zu Bar Nouveau.

Dort arbeitete ich während der Olympischen Spiele.

Was als Stage begonnen hatte, wurde schnell zu mehr Verantwortung.

Danach wurde mir angeboten, in einer Managementrolle zu bleiben.

Ich ging wieder weiter.

Nach Mexico City.

Erst zu Licorería Limantour.

Dann zu La Vista.

Dort wurde aus dem Lernen Verantwortung.

Als Head Bartender und Manager ging es nicht mehr nur darum, einen guten Drink zu machen. Ich entwickelte das Barprogramm und war mitverantwortlich dafür, dass aus all diesen einzelnen Entscheidungen jeden Abend ein funktionierender Betrieb wurde.

Zum ersten Mal musste eine Idee nicht nur gut sein. Sie musste jeden Abend funktionieren.

Nicht jeder Ort musste der nächste Job werden.

Manche mussten einfach der nächste Schritt sein.

Drink wird eingeschenkt
Noah springt

2022.

Ich habe eine Serie großformatiger Arbeiten für eine private Villa in Kroatien gemalt.

Die Kunst lief parallel zur Gastronomie – nicht erst später als Teil von Madhouse.

Mit der Zeit kamen Fotografie und Gestaltung immer näher an die Arbeit hinter der Bar: Drinks, die ich entwickelte, wollte ich auch selbst fotografieren. Menüs nicht nur mit Inhalt füllen, sondern gestalten. Räume nicht nur bespielen, sondern verstehen.

Irgendwann brauchte das alles einen Namen.

Gastronomie, Kunst, Fotografie und Gestaltung liefen lange nebeneinander.

Mit der Zeit wurden die Grenzen dazwischen immer unwichtiger.

Madhouse entstand, um sie nicht länger voneinander trennen zu müssen.

Resident ist das Erste, das daraus gerade wirklich Form annimmt.

Der Rest darf wachsen, wenn er so weit ist.

Weil ich noch kein Restaurant eröffnen will.

Zumindest nicht jetzt.

Mit Resident kann ich einmal im Monat einen echten Abend bauen – mit echten Gästen, echtem Service und all den kleinen Dingen, die auf dem Papier nicht auffallen.

Ich kann ausprobieren, verändern und beim nächsten Tisch wieder von vorne anfangen.

Nicht, um irgendwann eine perfekte Version von Resident gefunden zu haben.

Sondern um herauszufinden, was davon bleiben soll, wenn es einmal einen festen Raum gibt.

Bis dahin bleibt Zeit, es herauszufinden.

Der nächste Teil fehlt mir noch.

Ich weiß, wie man einen Abend baut.

Aber ich möchte auch lernen, wie man den Raum baut, in dem er stattfindet.

Deshalb beginnt für mich als Nächstes eine Schreiner-Ausbildung.

Holz. Verbindungen. Möbel. Oberflächen. Konstruktion.

Nicht als Ausstieg aus der Gastronomie.

Als nächstes Werkzeug dafür.